Rüschenbeck-Überfall: Räuber im Rollstuhl nach sechs Jahren gefasst


Der perfide Überfall auf Juwelier Rüschenbeck im Februar 2011 in Hagen: Jetzt konnte der letzte der Räuber, der „Mann im Rollstuhl“ verhaftet werden!

Bereits am 3. Mai war er durch großes Glück in Düsseldorf festgenommen worden. Doch erst seit heute wissen die Ermittler, dass ihnen ein großer Fisch ins Netz gegangen ist: Nenad V. (inzwischen 26) aus Serbien, hatte kurz zuvor im Ausland seinen Namen geändert, sodass zunächst gar nicht auffiel, dass zwei internationale Haftbefehle gegen ihn vorlagen.

„Neben dem Raubüberfall auf Rüschenbeck in der Mittelstraße, wird er auch noch für einen Überfall auf einen Juwelier in Wien im Jahr 2010 verantwortlich gemacht“, weiß Martin Winckel, Herausgeber des „Juwelier-Warndienstes“. Der Hagener gilt als einer der besten Kenner der weltweiten Juwelenräuber-Szene.

Auch die Tat, die jetzt zur Verhaftung des serbischen Profi-Kriminellen führte, war ein brutaler Überfall auf einen Schmuckhändler: Der Beschuldigte hatte ein türkisches Goldgeschäft in der Friedrichstraße in Düsseldorf betreten, den Inhaber mit Pfefferspray attackiert und in den hinteren Verkaufsbereich gezerrt. Dort schlug er mit Fäusten auf ihn ein, bedrohte ihn mit einem Schraubendreher.

Doch dem schwer verletzten Juwelier gelang es in einem günstigen Moment,
aus dem Geschäft zu fliehen und von außen die Tür zu verriegeln. Der
Räuber saß in der Falle. Als die Polizei am Tatort erschien und ihn
festnahm, hatte er bereits seinen Rucksack mit zahlreichen Uhren
gefüllt. Noch am selben Abend wurde ein Haftbefehl erlassen.

Als Behinderter getarnt

Unser Foto aus der Rüschenbeck-Überwachungskamera zeigt, wie raffiniert die beiden Räuber damals in Hagen vorgingen: Sie klingelten an dem Geschäft an der Mittelstraße, das aus Sicherheitsgründen stets verschlossen war. Die beiden arglosen Verkäuferinnen öffneten den beiden Männern, die sich kurz darauf als brutale Räuber entpuppten. Bei dem Überfall am 17. Februar 2011 war der nun festgenommene Nenad V. als besonders gewalttätig aufgefallen: Er sprang plötzlich aus dem Rollstuhl, in den er sich zur Tarnung gesetzt hatte, hechtete über die Glastheke, drückte die überrumpelte Verkäuferin zu Boden und schlug ihr mehrmals mit der Faust ins Gesicht.

Die Beute hatte einen Verkaufswert von über 855.000 Euro. Der Mittäter, auf dem Bild der „Rollstuhl-Schieber“, war im März dieses Jahres vom Landgericht zu achteinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden.